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#Neues aus der Industrie

Jenseits der Wasserkante: Wenn der Keramikbelag mit dem Horizont verschmilzt

Bauen in Wassernähe bedeutet von jeher, sich mit einer Landschaft im ständigen Wandel auseinanderzusetzen.

Jede Architektur nimmt ihren Anfang an einem konkreten Ort. Doch erst im Zusammenspiel mit der Topografie stellt der Entwurf unter Beweis, wie gut er die Landschaft zu interpretieren vermag. Die Alpen, das Mittelmeer, Seen und Wüsten, Hanglagen und Horizonte, Wasser, Fels und Vegetation sowie klimatische und kulturelle Einflüsse sind weit mehr als ein einfacher Hintergrund für die Architektur. Sie formen das Bauwerk, prägen seine Wahrnehmung und begründen nicht selten seine Identität. Ob alpine Bauwerke, die fest in der Bergwelt und ihrer stofflichen Präsenz verankert sind, oder mediterrane Konzepte, die eine harmonische Einheit mit dem Tageslicht, dem Naturstein und der Pflanzenwelt anstreben; ob Uferarchitekturen im Grenzbereich zwischen Land und Wasser oder die puristischen Linien der Wüstenarchitektur – die umgebende Natur fungiert als echtes gestalterisches Fundament. Sie gibt die Richtung für Proportionen, Oberflächen, Farbnuancen und Strukturen vor.

Genau in diesem Spannungsfeld zwischen Natur, Architektur und Materialität bewegen sich die auf diesen Seiten vorgestellten Projekte. Trotz ihrer unterschiedlichen Umgebung und Formsprache eint sie der gezielte Einsatz der Feinsteinzeug-Kollektionen von Casalgrande Padana. Die Oberflächen nehmen eine gestalterische Rolle ein, die weit über die reine Funktion hinausgeht. Das Keramikmaterial wird so zu einem Instrument, um Stimmungen zu erzeugen, räumliche Kontinuität zu definieren und einen harmonischen Bezug zur Umgebung herzustellen. Von den schroffen Formen der alpinen Bergwelt über die lichtdurchflutete Weite der mediterranen Landschaft bis hin zur schwebenden, spiegelnden Dimension der Uferbereiche – die Oberflächen werden zum integralen Bestandteil der Architektur und tragen durch das Zusammenspiel von Materialität, Farbe, Format und Verlegung maßgeblich dazu bei, den Charakter der Räume zu definieren.

Dort, in jenem Übergangsbereich, in dem das Land seine Kontinuität verliert, wird der See zu einer aktiven Präsenz: Er verändert das Tageslicht, die Wahrnehmung von Entfernungen, das Klima sowie das Zusammenspiel von Innen- und Außenbereich. Er prägt das Verhältnis zwischen Materialität und Reflexionen, beeinflusst die Form der Gebäude, die Materialwahl, die Raumaufteilung – und selbst die Art und Weise, wie Menschen ihre Umgebung erleben und wahrnehmen.

Das Gebäude kann zurücktreten, sich dem Wasser zuwenden, aus der Fläche emporragen oder sich sanft in die Landschaft einfügen. Terrassen, Loggien, Arkaden, Fenster, Schwellen oder Ausblicke sind dabei weit mehr als bloße Instrumente zur Betrachtung der Umgebung: Sie schaffen Perspektiven, wählen gezielte Landschaftsausschnitte, lösen Grenzen auf, regulieren den Lichteinfall und machen den See zu einem integralen Bestandteil des täglichen Wohnens. Und genau an der Schwelle dieser Elemente, wo jede Raumabfolge vom Innenbereich hin zur Landschaft vollkommen natürlich wirkt, erlangt das Gebäude seine Identität und die Keramikfläche findet ihre architektonische Dimension.

In Wassernähe trifft das vom See reflektierte Licht auf den Bodenbelag und bringt dessen Textur effektvoll zur Geltung, was im Laufe des Tages und der Jahreszeiten zu immer neuen optischen Nuancen führt. Das Feinsteinzeug wird mit seinen Maserungen, feinen Nuancierungen und leichten Unregelmäßigkeiten zu einem gestalterischen Material, das die verschiedenen Bereiche vereint. Es schafft eine stimmige Raumwirkung und tritt in ein harmonisches Wechselspiel mit den Materialien vor Ort. Die Verfügbarkeit der großformatigen Platten ermöglicht, den Fugenanteil zu reduzieren und optisch durchgängige Flächen zu erzielen. Dies trägt dazu bei, eine puristische Architektursprache zu unterstreichen, in der die Oberfläche scheinbar in den Hintergrund tritt, um das Wechselspiel zwischen Licht, Baukörper und Horizont vollkommen zur Geltung zu bringen.
Diese gestalterische Freiheit erfordert jedoch eine präzise Abstimmung mit konstruktiven Details wie Formaten, Fugen, Dehnungsfugen, Anschlüssen, Höhenversprüngen und Entwässerungssystemen. Hinzu kommt eine wesentliche technische Komponente: Das Bauen in Uferbereichen erfordert Materialien, die extremer Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Witterungseinflüssen, wechselnden Wasserständen und den verschiedensten mechanischen Belastungen standhalten. Mit der Wahl von Feinsteinzeug lassen sich Design und Leistungsmerkmale perfekt vereinen. Dies gilt umso mehr, wenn für den Entwurf besonders robuste, langlebige und pflegeleichte Materialien gefragt sind.
Großzügige Flächen, farbliche Kontinuität, fein abgestimmte Texturen und fast unmerkliche Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen machen Feinsteinzeug zu einem Werkstoff, der sich perfekt in ein organisches Gesamtkonzept einfügt – ein Konzept, in dem das Wasser zum Horizont, das Tageslicht zum Material und die Oberfläche zu einem verbindenden Element werden.

Diese Prinzipien finden ihren konkreten Ausdruck in zwei Wohnprojekten, die sich zwar in Bezug auf Kontext und Architektursprache grundlegend unterscheiden, denen jedoch die Fähigkeit gemeinsam ist, ein kontinuierliches Wechselspiel zwischen Architektur, Wasser, Licht und Materialität herzustellen: Die direkt am Gardasee gelegene Villa Dellago und das Wohnprojekt LuxLine am Ufer des finnischen Flusses Kokemäenjoki.

Villa Dellago: Eine Oase aus Licht und Transparenz
In Torri del Benaco entwarf das Architekturbüro JM Architecture eine Residenz, die gleichsam zwischen den Olivenbäumen zu schweben scheint. Ein Entwurf, bei dem die Grenze zwischen Innen- und Außenbereich verschwindet und die natürlichen Materialien mit den fließenden Lichtreflexen des Wassers harmonieren.

Die Villa Dellago in Torri del Benaco fügt sich harmonisch in die malerische Kulisse des östlichen Gardaseeufers ein. Ihr Design ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit den Besonderheiten dieser Umgebung. Bei dem von Architekt Jacopo Mascheroni (JM Architecture) konzipierten Projekt fungiert die Geländemorphologie als echtes gestalterisches Fundament. Um die ursprüngliche Topografie zu erhalten und das Profil des Ortes zu wahren, bettet sich der Baukörper in eine der natürlichen Geländeterrassen ein. Er verläuft mit seiner niedrigen, kompakten Silhouette exakt parallel zum Seeufer.

Das Bauwerk präsentiert sich als moderner, eingeschossiger Pavillon, der so konzipiert wurde, dass er von jedem Raum aus einen freien Blick auf den See bietet. Der Wohnbereich ist nach Süden ausgerichtet, um das Tageslicht den ganzen Tag über optimal zu nutzen, während sich das Hauptschlafzimmer auf der Nordseite befindet. Im Zentrum befinden sich die Funktionsbereiche und der Eingang, die über eine Treppe mit dem Untergeschoss verbunden sind. Hier leiten zwei nach oben hin offene Innenhöfe das Tageslicht bis in die tief gelegenen Räumlichkeiten des Untergeschosses und fügen sich harmonisch in das Gefälle des Gartens ein.

Wer sich im Inneren der Villa aufhält, erlebt einen Raum ohne spürbare Grenzen: Die raumhohen Fensterfronten lassen feste Wände zu gläsernen Kulissen werden und eröffnen eine unverstellte Aussicht auf den See im Wandel der Jahreszeiten. Als Schutz für das Gebäude ragt ein auskragendes Dach auf allen Seiten mehr als drei Meter weit hervor. Es verleiht dem Bauwerk eine schwebende Leichtigkeit und schafft eine einladende, schattige Veranda.

Ein einziges blickdichtes Fassadenelement bewahrt die Intimität im Hauptbadezimmer, das sein Licht über ein offenes Atrium bezieht und sich barrierefrei bis hin zu einer Außendusche erstreckt. Dieser Fassadenabschnitt ist mit Lamellen aus Verbundholz in Eichenoptik verkleidet, deren warme Nuancen perfekt mit der umgebenden Landschaft harmonieren und sich elegant in den neutralen Ton der Steinzeug-Bodenbeläge einfügen.

Die gesamte Gestaltung basiert auf einer einheitlichen Feinsteinzeugfläche von 720 m²: Während die Bodenbeläge im Innenbereich, die angehobene Loggia und die Dachfläche in der Farbgebung Pietra del Cardoso gehalten sind, setzt sich das Innere des im Garten liegenden Pools farblich dunkel ab, wo die Farbgebung Onsernone zum Einsatz kommt. Beide Varianten stammen aus der Kollektion Pietra di Paragone im Format 30x60 cm.
Die Gartenanlage passt sich der natürlichen Topografie an: Während auf den flachen Terrassen ein gepflegter Rasen vorherrscht, verzieren charakteristische Gehölze die ausgeprägteren Hanglagen.

LuxLine: Das Zusammenspiel von Material, Tageslicht und Landschaft am Kokemäenjoki
Am Ufer des Kokemäenjoki in Pori befindet sich LuxLine – eine private Wohnresidenz aus der Feder der Architektin Birgitta Hjelm-Luontola. Dem Entwurf liegt der Wunsch zugrunde, die Helligkeit und Weite der umgebenden Landschaft in den Innenbereich zu holen und so ein direktes, fließendes Zusammenspiel zwischen Architektur, Innendesign und der Flusslandschaft herzustellen.
Das Haus erstreckt sich über zwei Ebenen: Die untere Etage umfasst den SPA-Bereich mit finnischer Sauna, ein Arbeitszimmer, ein Gästezimmer, die Nebenräume und die Garage, von der aus ein direkter Zugang zum Wohnbereich besteht. Im oberen Stockwerk befinden sich das Hauptschlafzimmer mit separater Ankleide und eigenem Badezimmer sowie ein weitläufiger, offener Wohn- und Essbereich mit integrierter Küche. Die Raumaufteilung, die großzügigen Öffnungen, die bündig in die Wände integrierten Glasschiebetüren und die gezielte Materialauswahl wurden so aufeinander abgestimmt, dass sie den Bezug zum Fluss effektvoll betonen und die Landschaft zu einer aktiven Komponente des täglichen Wohnerlebnisses machen. Das Tageslicht wird so zu einem integralen Bestandteil des Entwurfs: Indem es von den Oberflächen reflektiert wird und im Laufe des Tages sowie im Wechsel der Jahreszeiten die Raumwirkung verändert, prägt es die Atmosphäre innerhalb der gesamten Raumabfolge.

Die Auswahl der Materialien verbindet Funktionalität und gestalterische Ästhetik zu einer harmonischen Einheit. In den Hauptwohnräumen und im SPA wurden die Feinsteinzeugplatten der Kollektion Marmoker in den Farbgebungen Grafite und Statuario Grigio verlegt. Im Wohnbereich verstärkt die polierte Oberfläche das Tageslicht und fängt die Natur ein, wodurch die Raumwirkung spürbar vergrößert wird. Im SPA-Bereich hingegen erzeugt die durchgängige Gestaltung von Wänden und Böden eine intime, behagliche Atmosphäre. Der Name LuxLine bringt dieses Streben nach Kontinuität auf den Punkt: Eine gestalterische Stringenz, die die Keramik in ein harmonisches Zusammenspiel mit verschiedenen Oberflächen führt, in dem Licht, Materialität und Landschaft den Raum auf das Wesentliche reduzieren. Das Feinsteinzeug tritt in ein harmonisches Zusammenspiel mit dem Holz sowie dem unbehauenen Stein und schafft so ein homogenes Materialgefüge. Erst aus dieser engen Verbindung von Material, Tageslicht und Natur schöpft LuxLine seine ganz eigene architektonische Identität.


Jenseits der Wasserkante: Wenn der Keramikbelag mit dem Horizont verschmilzt

Infos

  • Via Statale, 467, 42013 Casalgrande RE, Italy
  • Casalgrande Padana